Wiederbeilegung der Gebeine der Königin Editha am 22. Oktober im Magdeburger Dom
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Wiederbeilegung der Gebeine der Königin Editha am 22. Oktober 2010 im Magdeburger Dom

Während eines ökumenischen Festaktes wurden am 22. Oktober ab 13 Uhr im Magdeburger Dom die Gebeine der Königin Editha wiederbeigelegt.

Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff hielt neben dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, und dem Gesandten des Königreiches Großbritannien, Andrew James Noble, ein Grußwort. Für die Domgemeinde sprach die Vorsitzende des Kirchgemeinderates, Dr. Bettina Büttner. Im Anschluss hielten Landesbischöfin Ilse Junkermann und Bischof Dr. Gerhard Feige eine Andacht.

Die musikalische Umrahmung gestalteten das Magdeburger Vocalconsort „Labia vocalia“ und der Chor der Britischen Botschaft aus Berlin.

Den Fachvortrag hielt Prof. Dr. Harald Meller, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Seit 2006 werden archäologische Forschungsgrabungen des Landes Sachsen-Anhalt im Magdeburger Dom durchgeführt. Im Herbst 2008 war unvermutet im Sandstein-Sarkophag der Königin Editha ein Bleisarg entdeckt worden. Laut Inschrift sollte darin Königin Editha ruhen.
Inzwischen haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass es sich mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ um die sterblichen Überreste von Editha handelt. Die englische Königstochter war im Alter von 19 Jahren von Wessex nach Magdeburg gekommen, um Otto den Großen zu heiraten. Von ihm erhielt sie Magdeburg als Morgengabe. Erst 36 Jahre alt starb sie im Jahre 946.

Edithas Bleisarg aus dem Mittelalter war im vergangenen Jahr ein prominentes Exponat der Ausstellung „Aufbruch in die Gotik“, die anlässlich des 800-jährigen Domjubiläums im Kulturhistorischen Museum Magdeburg gezeigt wurde.
Der „moderne“ Sarg, in dem Editha am 22. Oktober wiederbeigelegt wird, ist ein Zeugnis aus unserer Zeit. Das Kunstwerk der Bildhauerin Kornelia Thümmel (Dresden) ist aus einem von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgegangen. Das vieleckige filigrane Behältnis - innen Titan und außen Feinsilber - ähnelt einem Kristall. Auf der einen Seite des Sarges befindet sich ein schlichtes Kreuz, auf der anderen die Inschrift: „Dieser Sarkophag enthält die sterblichen Überreste der Königin Editha, Gattin Ottos des Großen, erneut beigesetzt Anno Domini 1510, wiederentdeckt durch archäologische Ausgrabungen im Jahre 2008 und nun abermals bestattet im Jahre 2010.“

Die Bevölkerung hatte von etwa 15 bis 17 Uhr Gelegenheit, den neuen Titansarg im offenen Sarkophag zu betrachten. Anschließend wurde der Sandstein-Sarkophag wieder mit dem tonnenschweren Deckel verschlossen.

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