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Magdeburger Museumsverein schenkt Kulturhistorischem Museum wertvolle Bilderbogen

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Magdeburger Museumsvereins hat dieser am 1. Juni 2017 dem Kulturhistorischen Museum wertvolle Bilderbogen im Wert von 5.000 Euro geschenkt. Die gesellschaftshistorisch aussagefähigen Magdeburger Bogen aus dem 19. Jahrhundert stammen von den Firmen Robrahn & Co. und John & Moser.

Museumsleiterin Dr. Gabriele Köster und Mitglieder des Museumsvereins
Museumsleiterin Dr. Gabriele Köster und Mitglieder des Museumsvereins

Die volkstümlichen Bogen – zumeist handkolorierte Lithographien, einseitig mit einem oder mehreren Bildern bedruckt, häufig auch mit Text – erfüllten die Bedürfnisse nach Information, Unterhaltung und Belehrung. Die grafischen Blätter erfreuten sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit und fanden als Massenartikel in ganz Europa Verbreitung.

Neben Ereignisbogen, die von tagesaktuellen Ereignissen in Preußen, Deutschland und Europa berichteten, waren auch Ausschneidebogen sehr beliebt, die ein Spektrum von Aufstellfiguren aus Papier umfassen, wie Ankleidefiguren, Soldaten und Protagonisten aus deutschen Theaterstücken, ebenso liebevoll gestaltete Kulissen für Papiertheater, die seit dem frühen 19. Jahrhundert der Unterhaltung im häuslichen Kreis dienten. Auf den kleinen Bühnen spielten theaterbegeisterte Familien das Repertoire der großen Theater nach. Krippenbogen brachten die Weihnachtsgeschichte nahe.

Die Druckerei Robrahn & Co. (1823 - ca. 1932) zählte im 19. Jahrhundert neben den bekannten Verlagen Gustav Kühn und Oemigke & Riemschneider aus Neuruppin zu den wichtigsten Herstellern von Bilderbogen in Deutschland mit überregionalem Vertrieb. Es wurde dort nachweislich für den tschechisch- und ungarisch-sprachigen Raum produziert. Weitere bedeutende Produktionsorte waren zudem Epinal und Weissenburg (Frankreich), Berlin, Nürnberg und München.

Auch die Druckerei John & Moser (ca. 1895 – ca. 1928) betrieb in Magdeburg eine Produktion von Bilderbogen. Trotz der erhaltenen Erzeugnisse ist über diese Firma kaum etwas bekannt, lediglich Einträge in den Adressbüchern verweisen auf sie.

Die Bedeutung der Bogen zeigt sich unter anderem darin, dass sie über begehrte Sammlerobjekte hinaus auch in Museen in Neuruppin (Stadtmuseum), Berlin (Stadtmuseum und Deutsches Historisches Museum), Dresden (Staatliche Kunstsammlungen) und Wien (Heeresgeschichtliches Museum) vertreten sind.

Seit fast 25 Jahren unterstützen die etwa 300 Mitglieder des Magdeburger Museumsvereins die Entwicklung der Ausstellungs-, Sammlungs- und Restaurierungstätigkeit des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Der Verein übernahm die Kosten des Ankaufes von einer Vielzahl der Bogen für das Kulturhistorische Museum Magdeburg in Höhe von 5.000 Euro.

Magdeburger Bilderbogen, Quelle: Charlen Christoph Nut
Magdeburger Bilderbogen
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