Kurzfristige Bereitstellung von Kitaplätzen
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Kurzfristige Bereitstellung von mehr als 200 zusätzlichen Kitaplätzen bis zum Sommer

Seit Jahren wächst die Bevölkerung der Landeshauptstadt Magdeburg. 2016 wurden in Magdeburger Krankenhäusern 2.399 Babys geboren. Zudem sind in den vergangenen Jahren auch viele Flüchtlingsfamilien nach Magdeburg gekommen. Das alles führt zu einem höheren Bedarf an Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen: Mit Stand vom 13. Januar 2017 lagen dem Platzvermittlungsservice des Jugendamtes 318 Anträge auf Unterstützung bei der Kitaplatzsuche vor.

„Wir wissen, dass bei all der Freude über steigende Einwohnerzahlen das Thema ‚Wartezeit bei der Kitaplatz-Vergabe‘ ein Dauerbrenner ist“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Allen betroffenen Eltern sei versichert, dass wir schon seit Jahren an dem Thema intensiv arbeiten und dass auch jetzt wieder verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht wurden, um schnell helfen zu können. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass die Stadtverwaltung seit 2012 bereits 1.989 zusätzliche Betreuungsplätze in Magdeburg geschaffen hat.“

Zu den Sofortmaßnahmen zählen zum Beispiel 67 Ausnahmegenehmigungen wegen Überbelegung in Magdeburger Kitas, die im Januar erteilt worden sind. Diese gelten für 41 Plätze in Kinderkrippen und 26 in Kindergärten. Durch Sanierungen werden in folgenden Kitas zusätzliche Plätze geschaffen: 27 Kitaplätze in der Kita „Am Nordpark“ noch in diesem Quartal, 27 Krippenplätze in der Kita „Nordwest“ voraussichtlich ab Anfang 2018 sowie bis zu 45 Krippenplätze in der Kita „Spielkiste“, ebenfalls voraussichtlich ab Anfang kommenden Jahres.

Zudem werden derzeit zwei Objekte mit insgesamt 145 Plätzen begutachtet, die noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden könnten. Diese Einrichtungen will die Landeshauptstadt nicht selbst betreiben, sondern über ein Interessenbekundungsverfahren schnellstmöglich gestandene Kitaträger finden. Gemeinsam mit den 67 Ausnahmegenehmigungen und den 27 Plätzen in der Kita „Am Nordpark“ stehen damit bis zum Sommer insgesamt 239 zusätzliche Kitaplätze in Magdeburger Einrichtungen zur Verfügung.

Für Kinder unter drei Jahren sollen weitere Tagespflegeplätze über gezielte Aktionen geschaffen werden. Dazu ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft gebeten worden, zu diesem Zweck nutzbaren Wohnraum anzubieten, der einem konkreten Anforderungsprofil entspricht. Eine Tagespflegeperson kann bis zu fünf Kinder betreuen. Um geeignete Tagespflegemütter zu finden, gibt es z.B. in Kürze eine gemeinsam mit dem Jobcenter organisierte Informationsveranstaltung.

Um dem aktuellen Platzmangel abzuhelfen, baut die Landeshauptstadt Magdeburg zudem ab diesem Jahr vier neue Kitas, die bis Ende November 2018 fertiggestellt sein sollen. An den Standorten Olvenstedter Scheid (157 Plätze), Herrenkrugstraße (157 Plätze), Große Steinernetischstraße (121 Plätze) und Alt Salbke (121 Plätze) entstehen somit insgesamt 556 Kitaplätze.

Zur Deckung des kurzfristigen Bedarfs werden gegenwärtig auch Erweiterungsmöglichkeiten an einzelnen Standorten sowie die Wiederinbetriebnahme einer in der Vergangenheit geschlossenen Kita geprüft. Zusätzlich kann auf vorliegende Anträge freier Träger zur Schaffung neuer Einrichtungen zurückgegriffen werden.

Hintergrund:

Derzeit gibt es in der Landeshauptstadt Magdeburg rund 300 Mädchen und Jungen, die auf einen Kitaplatz warten. Das sind 144 Kinder unter drei Jahren und 174 Kinder vom dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Ca. 50 Prozent stammen aus Flüchtlingsfamilien. Eine kurzfristige Erweiterung der Kapazitäten ist nicht möglich, da Betriebserlaubnisse u. a. an Flächen, aber auch an qualifiziertes Personal gebunden sind.

Ein weiteres Problem ist eine teilweise Nichtauslastung von Plätzen, die laut Betriebserlaubnis vorhanden sind. Gründe hierfür sind u.a. das Freihalten von Plätzen für Geschwisterkinder, das Freihalten von Plätzen für die Realisierung des Übergangs von der Krippe in den Kindergarten in derselben Einrichtung sowie Personalmangel. Gegenwärtig läuft eine Analyse bei den Kita-Trägern, die diese Gründe zahlenmäßig darstellen soll.

Eltern, die einen Kitaplatz in der Landeshauptstadt Magdeburg suchen, können beim Platzvermittlungsservice des Jugendamtes einen Antrag auf Unterstützung bei der Suche nach einem Kitaplatz in Tagespflegestellen bzw. Tageseinrichtungen stellen. Eltern sollten sich trotz des Antrages im Platzvermittlungsservice weiterhin selbständig um einen Kitaplatz bemühen.

Gemäß Kinderförderungsgesetz des Landes hat jedes Kind in der Landeshauptstadt Magdeburg bis zum 7. Lebensjahr bzw. bis zum Wechsel in die Schule Anspruch auf einen ganztägigen Platz in einer Tageseinrichtung. Dabei gibt der Gesetzgeber keine Kriterien zur Vergabe von freien Kitaplätzen vor.

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