Aufforderung an Fußball-Fans: Unterlasst das Hüpfen auf den Rängen!
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Aufforderung an Fußball-Fans: Unterlasst das Hüpfen auf den Rängen! Baudynamische Untersuchung der MDCC-Arena mit drastischem Ergebnis

Das Hüpfen der Fans in der Magdeburger MDCC-Arena schadet dem Bauwerk stärker als bislang angenommen. Das geht aus ersten Ergebnissen einer baudynamischen Untersuchung hervor, bei der während des Heimspiels am 5. November 2016 Messungen an der Nordtribüne (Block 3 – 6) vorgenommen wurden. Der unmissverständliche Appell der Landeshauptstadt als Eigentümerin des Stadions lautet daher: Fans, bitte unterlasst das Hüpfen auf den Rängen!

Die mit den Messungen beauftragte Ingenieursfirma hat während des Spiels 1. FC Magdeburg gegen FC Hansa Rostock aufgrund der hüpfenden Stadionbesucher Beschleunigungen von 5 m/s² festgestellt. Dies liegt deutlich über der Panikgrenze (Gefühl, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr, fliehen zu müssen) von 3,0 bis 3,5 m/s². Die Berechnungsergebnisse zeigen laut der Experten aber auch, dass Beschleunigungen weit über 10 m/s² erreicht werden können, wenn die Hüpffrequenz (z.B. durch die Taktgebung eines Trommlers) nur geringfügig erhöht wird. Zum einen bedeutet das, dass die Panikgrenze um das Dreifache überschritten wäre, zum anderen können bei solchen Beschleunigungen abhebende Kräfte in der Fertigteil-Konstruktion der Tribünen auftreten.

Die noch vor dem fertiggestellten Gutachten veröffentlichten Zahlen belegen, dass sowohl Panikausbrüche durch stürzende Stadionbesucher als auch das Lösen eines einzelnen Fertigteils nicht mehr ausgeschlossen werden können. Da ohne das Gutachten das weitere bauliche Vorgehen noch nicht feststeht, kann nur durch Verhaltensänderungen der Stadionbesucher eine temporäre Entlastung der Tribüne erreicht werden. Deshalb fordert die Stadtverwaltung von allen Besuchern der MDCC-Arena, das Hüpfen während des Stadionbesuchs strikt zu unterlassen.

Im Sommer 2016 hatte es erste Hinweise gegeben, dass sich durch das rhythmische Hüpfen der Magdeburger Fußballfans die Standzeit des Stadions verringert. Daraufhin hatte der Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement ein Gutachten in Auftrag gegeben, das darstellen soll, wie hoch die Schwingungen der Tribünen sind und um belegbare Daten für das weitere Vorgehen in Richtung einer Sanierung zu erhalten.

Die Landeshauptstadt Magdeburg steht mit der Betreibergesellschaft des Stadions, MVGM, und dem 1. FC Magdeburg als Mieter in enger Abstimmung. Durch das Bauordnungsamt der Landeshauptstadt wird derzeit eine Anordnung erstellt, die dem 1. FC Magdeburg vor dem nächsten Heimspiel noch zugestellt wird und die weitere Maßnahmen enthält, um Personenschäden auszuschließen.

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