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Weiterer Kampfmittelfund an der Anna-Ebert-Brücke

An der Anna-Ebert-Brücke hat es in der Nacht vom 22. zum 23. September einen weiteren Kampfmittelfund gegeben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat nach dem beiden Funden am 19. September und in der vorhergehenden Woche aus einem weiteren Hohlraum unter der Brücke rund 40 Kilogramm Sprengstoff gesichert. Nach Aussagen der Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ging von dem Fund aufgrund der Lagersituation zu keiner Zeit eine Gefahr aus!
Der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) sowie Erde, Steine und Schutt wurden abtransportiert. Auch dieser Fund stammt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus dem 2. Weltkrieg.

Weitere Verdachtspunkte im Baustellenbereich gibt es derzeit nicht. Auch nächtliche Brückensperrungen sind vorerst nicht mehr geplant.

Hintergrundinformationen

Seit 18. Juli erfolgt die statische Sicherung der Anna-Ebert-Brücke. Dabei werden zunächst das 3. und 4. westliche Gewölbe des Bauwerks sowie die drei angrenzenden Pfeiler instandgesetzt. Die erste Bauphase wird voraussichtlich bis Ende Dezember andauern.

Grund für die Bauarbeiten ist der kritische Zustand der unter Denkmalschutz stehenden Anna-Ebert-Brücke. Das Hochwasser von 2013 hatte schwere Schäden am Tragwerk hinterlassen.

Zu den derzeitigen Arbeiten gehören unter anderem die Reinigung der Oberfläche, eine Fugenerneuerung, der partielle Austausch schadhafter Stellen bzw. der Ersatz fehlender und beschädigter Steine sowie eine Rasterinjektion, bei der tiefer liegende Hohlräume in den Pfeilern und Gewölben mit Zement aufgefüllt werden. Darüber hinaus erfolgen Arbeiten an den Längsrissen in den Gewölben.

Voraussichtlich von März bis Dezember 2017 werden dann die verbleibenden und zum Teil im Flussbett der Alten Elbe befindlichen neun Gewölbe mit deren Pfeilern sowie die Widerlager instandgesetzt.

Die aus dem Jahre 1882 stammende Anna-Ebert-Brücke ist nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie die wertvollste Brücke des Landes Sachsen-Anhalt in dieser Bauart. Sie unterliegt daher als technisches Denkmal einem besonderen Schutz.

Bereits seit dem 20. Juli 2015 ist die Brücke für den Schwerverkehr gesperrt. Nur noch Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 7,5 Tonnen dürfen die Brücke befahren. Für Straßenbahnen gilt seitdem ein Begegnungsverbot auf dem Bauwerk. Zudem dürfen sie die Brücke nur mit einer exakt gleichbleibenden Geschwindigkeit von maximal 10 km/h überqueren.

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