Stadt will Kitas auf eigene Kosten sanieren
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Fehlende STARK-III-Richtlinien – Landeshauptstadt will jetzt Kitas auf eigene Kosten sanieren - Stadtrat stimmt am 16. Juni über Maßnahmenpaket in Höhe von 9,6 Mio. € ab

Die Landeshauptstadt Magdeburg plant die Sanierung von fünf weiteren Kindertageseinrichtungen. Dafür wird die Stadt Kredite aufnehmen müssen, da es immer noch keine Förderrichtlinien des Landes für die neue STARK-III-Förderperiode gibt. Darüber informierten am 2. Juni Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und die Sozialbeigeordnete Simone Borris im Alten Rathaus. Über das Vorhaben muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 16. Juni entscheiden.

„Seit zehn Jahren saniert die Landeshauptstadt ihre Kinderkrippen und Kindergärten. Doch dieser Prozess kommt ins Stocken, weil wir seit zwei Jahren auf verbindliche Förderrichtlinien des Landes warten“, sagte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper während eines Pressegesprächs. „Wir haben 2014 mit den Vorbereitungen für die STARK-III-Vorhaben begonnen. Unser Ziel ist, alle Kinder in naher Zukunft in energetisch sanierten Gebäuden zu betreuen. Da wir mit diesem Vorhaben nicht länger in Zeitverzug geraten wollen, gehen wir jetzt den finanziell schmerzhafteren Weg, in dem wir selbst die Sanierung bezahlen.“ In seinen Ausführungen appellierte der Oberbürgermeister auch an das Finanzministerium, schnellstmöglich die Richtlinien für eine neue Förderperiode festzuschreiben, damit Bewerbungen für die Fördermittel möglich werden.

Für die Sanierung der Kitas hat die Landeshauptstadt fünf neue Einrichtungen mit einem Gesamtkostenvolumen von zehn Millionen Euro gebaut. Diese werden am Freitag offiziell eingeweiht. Dorthin sind Jungen und Mädchen der sanierungsbedürftigen Kitas umgezogen. Ursprünglich war geplant, dass die Kinder nach einem Jahr Bauzeit in ihre angestammten und frischsanierten Einrichtungen zurückkehren können und Platz für Kinder aus den nächsten Kitas, die einen Umbau benötigen, machen.

Die eigentlich 2016/2017 für das STARK-III-Förderprogramm vorgesehenen Kindertageseinrichtungen sind die Kita „Marienkäfer“ in der Braunlager Straße (Sudenburg), die Kitas im Klusweg (Alt Olvenstedt) und in der Badeteichstraße (Rothensee), die Kita „Wiesenschlümpfe/Rasselbande“ in der Moldenstraße (Alte Neustadt) sowie die Kita „Pinocchio“ in der Wilhelm-Külz-Straße (Stadtfeld Ost). Ihre Sanierung will die Stadt jetzt komplett allein finanzieren. Nach derzeitiger Planung wird das rund 9,6 Millionen Euro kosten. Ein Vorhaben, bei dem Oberbürgermeister Trümper auf eine Mehrheit im Stadtrat setzt. Die Drucksache steht dort am 16. Juni auf der Tagesordnung.

Die Kitas „Nordwest“ und „Quittenfrüchtchen“ werden ebenfalls aus der noch nicht vollzogenen Antragstellung zum Förderprogramm STARK III herausgenommen. Sie können dennoch saniert werden, weil sie in das Bundes-Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2015 bis 2018“ (Krippenausbauprogramm) aufgenommen wurden.

Durch STARK III wurden zwischen 2013 und 2015 der Schulkomplex Braunschweiger Straße, die Grundschule Kritzmannstraße und die Kita „Kleiner Maulwurf“ in Beyendorf saniert. Insgesamt erhielt die Landeshauptstadt fast 5,1 Millionen Euro Fördermittel und brachte für den Eigenanteil rund 3,4 Millionen Euro auf.

Sollte das Land STARK III erneut auflegen, sind Förderanträge für die Kindertageseinrichtungen in der Georg-Singer-Straße, Kroatenwuhne, am Westernplan, im Ferchlander Weg, in der Astonstraße, der St.-Josef-Straße und der Oststraße geplant. Zudem sollen die Sekundarschule „Ernst Wille“, das Editha-Gymnasium, die FÖS Salzmannschule, die Grundschulen „Westerhüsen“, „Am Fliederhof“ und „Diesdorf“ sowie die BbS „Hermann Beims" und die Sekundarschule „J. W. von Goethe“ mit Mitteln aus dem STARK-III-Programm energetisch saniert werden. Ob dies in den entsprechenden Zeiträumen gelingt, ist ebenfalls offen.

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