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28 weitere Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus

Zum 24. Mal wurden am 18. November in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Der Arbeitskreis „Stolpersteine für Magdeburg" hat gemeinsam mit Angehörigen der Opfer sowie Spendern insgesamt 28 neue Stolpersteine verlegt. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper nahm an einer Verlegung für die Cirkusfamilie Blumenfeld in der Walther-Rathenau-Straße teil.

Stolperstein

 „Mit den 28 neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."

Die 28 Stolpersteine wurden in folgender Reihenfolge verlegt: für die Familie Henschke am Hohenstaufenring 9 (gegenüber dem Nordpark, ca. 200 Meter westlich vom Pfälzer Platz), für die Mitglieder der Familie Blumenfeld in der Walther-Rathenau-Straße (in Höhe des östlichen Tunnelausgangs), für die Familie Kreisel im Breiten Weg (in der Nähe des Katharinenturms), für die Familie Zelichower Am Krökentor (Straße auf der westliche Rückseite des Breiten Weges), für die Familie Bick/Korn in der Julius-Bremer-Straße (nahe der Durchfahrt zum Parkhaus des Marietta-Blocks), für die Familie Stern/Hammelburger in der Ernst-Reuter-Allee (Ecke Jakobstraße), für Adolf Billmann an der Krügerbrücke in Höhe des Ulrichplatzes, für die Familie Weiss in der Otto-von-Guericke-Straße 48, für Otto Friedrich Könnecke in der Braunschweiger Straße 102 sowie für Ernst Friedeberg in der Herderstraße 17.

Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine steigt die Gesamtzahl dieser Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf nunmehr 446. In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert.

Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden.

„Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gleichzeitig für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.

Ein Stein kostet 120 Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem „Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen sowie Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten.

Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf folgendes Konto überwiesen bzw. eingezahlt werden: Kontoinhaber: Landeshauptstadt Magdeburg,
IBAN: DE02 8105 3272 0014 0001 01,
BIC: NOLADE21MDG,
Verwendungszweck: 37 99 43 11/Stolpersteine

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 03 91/5 40 21 34 zur Verfügung.

Hintergrundinformationen

Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 53.000 Steine (Stand: Juni 2015) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 18 weiteren europäischen Ländern gibt.

Einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Verlegeorten der Stolpersteine und weitere Informationen sind im Internet unter www.magdeburg.de/stolpersteine zu finden.

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