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Hitzewelle und wärmebedingte Erkrankungen

Stand: Sommer 2016

Amtsärztin MD Dr. Eckart

 

Zum Verhalten bei Hitze informiert
Frau MD Dr. Eckart,
Amtsärztin im Gesundheits- und Veterinäramt Magdeburg

 

 

Allgemeines

• Hitzebelastung geht einher mit erhöhter Kreislaufbelastung (u. a. Anstieg der Herzfrequenz),
  erhöhter Schweißabgabe, möglicherweise erhöhter Körpertemperatur sowie ge-ringerer körperlicher
  Leistungsfähigkeit.
• Unter körperlicher Anstrengung sinkt die Hitzetoleranz, wobei der körperliche Trainingszustand eine
  Rolle spielt.
• Der Zeitbedarf für eine ausreichende Akklimatisation (Anpassung der körperlichen und nervösen
  Funktionen an die neuen Umweltbedingungen) ist von Person zu Person unterschiedlich.
• Die Thermoregulation, das heißt die Wärmeabgabe des Körpers in der Hitze, geschieht durch
  Schwitzen und die hierbei entstehende Verdunstungskälte.
• Mit dem Schweiß verliert der Körper Flüssigkeit und Salz.
• Bei schwerer Arbeit kann der Wasserverlust teilweise bis zu 10 Liter pro Tag betragen, ausreichend
  Flüssigkeit und Elektrolyte müssen dann zugeführt werden.
• Als Faustregel bezüglich der zu ersetzenden Flüssigkeitsmenge kann man sich an der
  Urinausscheidung orientieren. Die Urinausscheidung soll mindestens 1 Liter pro Tag betragen.
  Die Farbe des Urins ist dabei hell; konzentrierter Urin ist dunkelgelb gefärbt und zeigt bereits einen
  Wassermangel des Körpers an.
• Pro Liter Schweiß verliert der Körper 1 bis 4 Gramm Kochsalz, die einheimische Nahrung gleicht
  dies in der Regel aus.
• Die Kleidung sollte luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sein.
• Der Mensch fühlt sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30-60 % am wohlsten. Zu hohe
  Luftfeuchte behindert die Verdunstung des Körpers und stört so die Thermoregulation. Als
  Schwüle bezeichnet man die Empfindung unangenehm feuchter Wärme, bei welcher die
  Wärmeregulation des Organismus sich nicht mehr genügend dem Klima anpassen kann. Bei
  höheren Lufttemperaturen wird die Schwülegrenze schon bei geringeren Luftfeuchten erreicht.
• Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Hitzewellen besteht für Säuglinge, kleine Kinder, Personen mit
  einer psychischen Krankheit, behinderte Menschen, chronisch kranke Personen, besonders bei
  Herzkrankheit oder Bluthochdruck, und vor allem für ältere, pflegebedürftige Menschen. Im Alter
  nimmt das Durstgefühl ab. Auch nimmt die Fähigkeit zu schwitzen im Alter ab. Grunderkrankungen
  können zu eingeschränkter Beweglichkeit und mangelnder Wärmeabgabe führen. 

 

Wärmebedingte Erkrankungen

Hitzepickel
• Diese hängen zusammen mit einer Reizung der Haut durch Schweiß, der bei noch nicht
  akklimatisierten Personen sehr große Mengen Salz enthält. Neben einer Hautrötung erscheinen
  stecknadelkopfgroße Pickelchen, gelegentlich auch juckende, nässende Bläschen
• Abhilfe erfolgt durch häufiges Abwaschen der Haut mit kaltem Wasser ohne Seife und Behandlung
  mit Pudern. Vorbeugend sollte leichte, nicht anliegende Kleidung aus Na-turfasern getragen werden.

Hitzekrämpfe
• Diese sind bedingt durch Kochsalzverlust infolge starken Schwitzens.
• Abhilfe: Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr auch Mineralien und Salze ausgleichen.

Hitzekollaps
• Wird verursacht durch Versagen der peripheren Kreislaufregulation mit mangelndem venösen
  Rückfluss, kann in Hitzschlag übergehen.

Hitzschlag
• Ist ein Wärmestau, bei dem die Hitze des Körpers nicht abgeführt wird. Es besteht Fieber bei
  trockener und heißer Haut, außerdem Benommenheit, schneller Puls, rasche Atmung, manchmal
  auch Erbrechen mit Krampfanfällen, im Extremfall Bewusstlosigkeit.
• Abhilfe durch sofortige Kühlung, z. B. durch kaltes Wasser, Eisbeutel. Kalte Getränke können
  Personen gegeben werden, die bei Bewusstsein sind. Der Betroffene muss in ärztliche Behandlung.
• Hitzschlag kann verhindert werden durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Sonnenschutz.

Sonnenstich
• Ist eine gefährliche Schwellung des Gehirns und wird ausgelöst durch direkte Sonnenbestrahlung
 des Kopfes (z. B. bei fehlender Kopfbedeckung).
• Als Erstmaßnahme empfiehlt sich flache Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper im Schatten,
  kühlende Umschläge auf den Kopf, bei Bewusstsein schluckweise kalte Getränke.
• Ärztliche Hilfe erforderlich!

Sonnenbrand
• Ultraviolette Strahlen schädigen die Zellen, die Blutgefäße sowie die Elastizität der Haut und führen
  in Überdosis zu Hautverbrennungen. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an einem Melanom
  (bösartiger Hautkrebs) zu erkranken.
• Schutz: bedeckende Kleidung, Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor.
• auch Kleidung lässt UV-Strahlen hindurch, im Wasser ist in einer Tiefe von 50 cm noch über 60 %
  der UV-Aktivität zu messen.
• Behandlung: viel trinken, Auflage von kühlenden Kompressen oder feuchtigkeitsspendenden
  Lotionen.
• Bei sehr schmerzhaftem, ausgeprägtem Sonnenbrand helfen cortison- oder antihistaminikahaltige
  Cremes oder Gels. Arzt aufsuchen!
• Bei Blasenbildung ist die Haut stark geschädigt. Die Blasen nicht öffnen. Bei Trübung oder
  Gelblichfärbung des Blaseninhalts ist eine Infektion anzunehmen. Arzt aufsuchen!

Praktische Hinweise bei einer Hitzewelle

Schutz vor der Hitze
• Passen Sie den Tagesablauf an: Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Mittagshitze und verschieben
  Tätigkeiten im Freien auf die Morgen- und Abendstunden.
• Vermeiden Sie körperliche Belastungen, auch sportliche Betätigungen.
• Wenn Sie körperlich arbeiten müssen, trinken Sie pro Stunde zwei bis vier Glas eines kühlen,
  alkoholfreien Getränks.
• Halten Sie sich draußen möglichst nur im Schatten auf.
• Tragen Sie eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille.
• Benutzen Sie Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 15 oder höher.
• Lassen Sie niemals Kinder, gesundheitlich geschwächte Personen oder Tiere in einem
  geparkten Fahrzeug zurück, auch nicht für kurze Zeit.

Trinken und Essen
• Trinken Sie reichlich alkoholfreie Getränke (Wasser, Fruchtsaft, Früchte-/Kräutertees) auch ohne
  Durst. Durst zeigt einen bereits bestehenden Flüssigkeitsmangel an.
• Meiden Sie Getränke mit Alkohol oder viel Zucker, sie können den Körper austrocknen.
• Meiden sie sehr kalte Getränke, sie können zu Magenbeschwerden führen, am besten eignen sich
  lauwarme Getränke zwischen 15-20 C.
• Essen Sie möglichst mehrere kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten verteilt auf den Tag.
• Obst enthält Wasser und wichtige Mineralien.
• Empfehlenswert ist auch eine kohlenhydratreiche Kost (Hülsenfrüchte, Nudeln, Kartoffeln),
  fettreiche Mahlzeiten (Fleisch, fetthaltige Wurst) wirken ermüdend.
• Bei mehr als 4 Liter Trinken am Tag sollte man in seine Getränke eine Prise Kochsalz geben.

Weiteres
• Bleiben Sie in einem möglichst kühlen Raum.
• Lüften Sie nachts und morgens, dunkeln Sie die Räume tagsüber mit Rollläden und Vorhängen ab.
• Abkühlung durch eine kühle Dusche oder ein kühles Bad, kalte Fußbäder.
• Tragen Sie leichte, nicht einengende Bekleidung in hellen Farben (möglichst aus Baumwolle).

Hinweise zur Pflege älterer Personen

Innenraum
• Die Raumtemperatur sollte 26 C nicht übersteigen, regelmäßige Kontrolle der Raumtemperatur.
• Lüftung der Räume nachts und morgens.
• Räume schattig halten: Abdunkeln tagsüber mit Rollläden und Vorhängen, Vorrichtungen gegen die
  Sonneneinstrahlung müssten von außen angebracht sein, um eine Erhitzung der Räume in
  Grenzen zu halten.
• Künstliche Beleuchtung und Elektrogeräte als Wärmequellen reduzieren.
• Feuchte Tücher können im Zimmer aufgehängt werden.
• Vermeidung von Hitzestau durch Bekleidung und Bettwäsche. Verwenden Sie leichte Bettwäsche
  und so wenig Kissen wie möglich und nur Laken zum Zudecken.
• Zur Süd- und Südwestseite gelegene Zimmer ohne äußere Sonnenschutzvorrichtungen sind
  besonders ungünstig.
• Klimatisierte Räume sind empfehlenswert.


Trinken und Essen
• Verschiedene kühle, nicht kalte, Getränke ständig bereit halten und anbieten: z. B. Kräuter- oder
  Früchtetees, Mineralwasser, Leitungswasser.
• In jeder Stunde ein bis zwei Gläser möglichst trinken lassen.
• Eventuell Einfuhrprotokoll führen.
• Die tägliche Trinkmenge sollte wenigstens 1,5 bis 2 Liter betragen.
• Bei Fieber erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf um etwa einen halben Liter für jedes Grad, um das
  die Körpertemperatur 37 C übersteigt (z. B. Körpertemperatur 38 C = ein halber Liter zusätzliche
  Trinkmenge pro Tag), somit mehr zum Trinken geben.
• Bei starkem Schwitzen sollte der Salzverlust ausgeglichen werden, Verwendung von natrium-
  reichen Mineralwasser (> 20 mg/l), salzhaltige Suppen reichen.
• Natriumarme Getränke wie Fruchtsäfte, Tee, Kaffe nur dann geben, wenn eine ausreichende
  Kochsalzzufuhr auf anderem Weg gesichert ist (Nahrung).
• Leichte Kost anbieten: Gemüse, Salate, wasserreiches Obst.
• Vermeiden von schwer verdaulichen Speisen, z. B. gehaltvolle Wurstplatten.
• Auf Lebensmittelhygiene achten: Kühlkette einhalten, angebrochene Packungen kühlen,
  schnell aufbrauchen.


Weiteres
• Kühlende Körperlotionen, evtl. Thermalwassersprays, benutzen.
• Kühle Fußbäder.
• Mehrmals täglich Körpertemperatur messen: 36,9 C sollte nicht überschritten sein.
• Bei folgenden Symptomen behandelnden Arzt verständigen: Unruhe, Verwirrtheit, Erbrechen,
  trockene und kühle Haut bei gleichzeitig hoher Körpertemperatur = können Hinweise auf einen
  Hitzschlag sein.
• Regelmäßiges Wechseln der durchgeschwitzten Bettwäsche.
• Statt Einwegwindeln mit Plastikfolie eher Netzhosen mit Einlagen benutzen.

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