Jahrestagung der Wasserforscher: »Leben in und mit dem Wasser«

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Deutschlands Limnologen treffen sich zu Jahrestagung und laden ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion „Leben in und mit dem Wasser“

Vom 29. September bis zum 3. Oktober treffen sich rund 250 deutsche Wasserexperten zur 30. Jahrestagung der Deutschen Limnologischen Gesellschaft (DGL) an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Organisiert und veranstaltet wird die Tagung von Wissenschaftlern zweier Magdeburger Forschungseinrichtungen, die sich seit vielen Jahren mit der Erforschung von Flüssen und Seen aus unterschiedlichen Perspektiven befassen: der Hochschule Magdeburg-Stendal und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).
Deutschlands Wasserforscher treffen sich zu Jahrestagung und laden ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion

Zur Jahrestagung diskutieren die Wissenschaftler ihre neusten Erkenntnisse zu Themen rund um Gewässerschutz, Wasserqualität und Extremereignisse, u.a.: die Belastung mit Schadstoffen und deren Auswirkungen auf die Gewässerorganismen, die Leistungen mikrobieller Gemeinschaften, invasive Arten in Gewässern, Hochwasser und Ökologie oder die Sicherung der Trinkwasserqualität in Talsperren.

Am Abend des 30. September öffnet sich die Tagung zu einer Podiumsdiskussion für die interessierte Öffentlichkeit und diskutiert die Frage welche lehren aus dem Umgang mit Hochwasser gezogen werden können. 

Die zum Teil katastrophalen Hochwasserereignisse an fast allen großen Strömen und vielen weiteren Flüssen in Europa haben vor Augen geführt, dass der bis dahin praktizierte Hochwasserschutz quantitativ und qualitativ unzureichend war. Klimatische Veränderungen lassen zudem erwarten, dass Hochwasserereignisse auch in Zukunft mit vermehrter Intensität auftreten werden. In der Konsequenz der Hochwasserereignisse wurden fast überall Hunderte Millionen Euro investiert, um Deiche zu erhöhen und zu verstärken. Auf der Strecke bleibt hingegen oft weitgehend eine ebenso wichtige Säule des Hochwasserschutzes – die Verstärkung des natürlichen Hochwasserrückhaltes in der Fläche. Damit wird offensichtlich, dass sich Hochwasserschutz, Naturschutz und Wasserrahmenrichtlinie
meist nicht gleichsinnig und schon gar nicht konfliktfrei umsetzen lassen. Wie solche Konflikte zu entschärfen sind, Widersprüche möglicherweise produktiv gemacht werden können und welche Aufgaben der inderdisziplinären Wasserforschung dabei zukommen, soll in der Podiumsdiskussion besprochen werden.

  • Was: „2002, 2007, 2013: Welche Lehren ziehen wir aus dem Umgang mit Hochwasser?“ 
  • Wann: 30.9.14, 17.00 Uhr
  • Wo: Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal (Haus 15), Breitscheidstraße 2, Magdeburg

Es diskutieren:
• Prof. Dr. Ulrich Irmer / Umweltbundesamt / Der Biologe Ulrich Irmer leitet im Umweltbundesamt die Abteilung „Wasser und Boden“. Seine Abteilung befasst sich maßgeblich mit der europäischen Gesetzgebung zur Wasserrahmenrichtlinie. Dies schließt die Tochterrichtlinie zum Hochwasserschutz ein.
• Dr. Christian Kuhlicke/ UFZ / Der Sozialgeograf befasst sich seit mehreren Jahren mit der Bewertung von ökonomischen und sozialen Verwundbarkeiten und Risiken. So untersuchte er u.a., wie die vom Hochwasser 2013 betroffenen Menschen mit den Folgen zurechtkommen.
• Prof. Dr. Robert Jüpner/ TU Kaiserslautern / Robert Jüpner ist seit 1998 Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, zuerst in Magdeburg heute in Kaiserslautern. Nach 2002 und 2006 war er auch 2013 für den LHW Sachsen-Anhalt im Hochwasser-Katastropheneinsatz an der Elbe tätig.
• Dipl.-Ing. Burkhard Henning / Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt / Burkhard Henning ist seit 2002 Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) und somit für den Betrieb und die Unterhaltung von Gewässern und wasserwirtschaftlichen Anlagen im Land verantwortlich. Herr Henning ist ebenfalls der Geschäftsführer des Talsperrenbetriebes Sachsen-Anhalt.
• Dipl.-Ing. Georg Rast / WWF / Georg Rast ist Referent für Wasserbau und Wasserwirtschaft im Fachbereich Naturschutz des WWF Deutschland. Der Hochwasser- und Naturschutzexperte engagiert sich seit mehr als 25 Jahren u.a. bei Projekten der Auenrenaturierung in Synergie mit dem Hochwasserschutz an der Mittelelbe, an Oder und am Oberrhein.

Moderation: Prof. Dr. Volker Lüderitz / Hochschule Magdeburg-Stendal 

Weiterführende Informationen:
Programm der DGL-Jahrestaqung:
http://www.ufz.de/export/data/441/62129_140908_DGL_Programm.pdf


Zur DGL: 1984 wurde die DGL als Fachgesellschaft gegründet, um Forschung und Praxis unter einem Dach zu vereinen und eine Plattform für einen regen und fördernden Austausch zu bieten. Derzeit zählt sie etwa 1100 Mitglieder. Die DGL hat zum Ziel, die Beachtung der ökologischen Zusammenhänge in Wasserwirtschaft und Gewässerschutz durchzusetzen.

Wasserforschung an der Hochschule Magdeburg-Stendal: Der Fachbereich Wasser-und Kreislaufwirtschaft befasst sich mit dem Schutz und der Nutzung der Ressource Wasser in all ihren Facetten. Schwerpunkte sind dabei die Einzugsgebietsbewirtschaftung, der Hochwasserschutz, die Gewaesserrenaturierung, die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbehandlung.

Wasserforschung am UFZ-Standort Magdeburg: Die etwa 100 UFZ-Mitarbeiter am Standort Magdeburg erforschen Prozesse in Aquatischen Ökosystemen in ihrer Gesamtheit: Von der Hydrologie bis zur Ökologie, von einzelnen Organismen bis hin zu Lebensgemeinschaften, von einzelnen Chemikalien bis hin zu unterschiedlichen Schadstoffcocktails. Damit tragen sie dazu bei, einen guten chemischen und ökologischen Zustand unserer Gewässer zu erreichen. 

 

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