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Der Ersatzneubau Strombrückenzug

Bedeutung und Notwendigkeit

Brücken über einen oder mehrere Flussläufe sind anspruchsvolle Ingenieurbauwerke, die in ihrer Gestaltung, neben meist sakralen Bauten, die Silhouette einer Stadt prägend beeinflussen. Sie erfüllen die Funktion der Verbindung von Verkehrswegen unter den technisch möglichen Lösungen entsprechend der jeweiligen und in die Zukunft weisenden Anforderungen an das Verkehrsaufkommen.

Ihre Nutzungsfähigkeit und Lebensdauer ist abhängig von der Richtigkeit der getroffenen Annahmen in Bezug auf die zu erwartenden Belastungen, die eingesetzten Materialien, die Qualitätsparameter bei der Ausführung und nicht unwesentlich die fortgesetzte Instandsetzung und Reparatur auf Grundlage festgelegter Prüfungsuntersuchungen in regelmäßigen Fristen.

Es gibt jedoch auch negative Einflüsse mit Katastrophen wie Kriegseinwirkungen (Bomben, Beschuss und Überbeanspruchung), Brand oder Extremereignisse wie z.B. nichtvorhersehbare Hochwasser.

Die Stadt Magdeburg verfügt über drei Brückenzüge:

den Sternbrückenzug, der keinen vollwertigen Brückenzug darstellt, da er nur die Stromelbe, nicht jedoch die Alte Elbe überquert,
den Sternbrückenzug, der keinen vollwertigen Brückenzug darstellt, da er nur die Stromelbe, nicht jedoch die Alte Elbe überquert,
Nordbrückenzug aus dem Flugzeug
den Nordbrückenzug mit den Brücken über die Strom- und die Alte Elbe
Panorama Strombrückenzug
und den hier vorzustellenden »Strombrückenzug« mit drei Brücken über die Stromelbe, die Zollelbe und die Alte Elbe

Eingebunden in dieses System existieren im Großraum Magdeburg die Autobahnbrücke der BAB A2 bei Hohenwarthe, die alte Elbebrücke in Schönebeck und die neue Elbebrücke an der B246a bei Schönebeck. Eine Übersicht in Google Earth erhalten Sie über diesen Download.

A2 im Norden Magdeburgs
A2 im Norden Magdeburgs
Elbauenbrücke Schönebeck
Elbebrücke Schönebeck

Bei einem Extremereignis, wie das des zweiten Jahrhunderthochwassers 2013, mit einem Pegelhöchststand von 7,48 m am Pegel Strombrücke, waren und sind nur zwei Brückenzüge, der Nordbrückenzug und der der BAB A2 uneingeschränkt nutzbar.

Der Strombrückenzug im Zentrum der Stadt, der die beidseitig des Flusses liegenden Stadtgebiete von Magdeburg verbindet, fällt dann besonders wegen des unterbrochenen ÖPNV aus.

Hochwasser an der Anna-Ebert-Brücke am 8.Juni 2013
Hochwasser an der Anna-Ebert-Brücke am 8.Juni 2013

Dafür ursächlich ausschlaggebend ist die 1882 in Nutzung genommene Anna-Ebert-Brücke. Sie besteht aus 11 gemauerten Gewölbekappen. Auf dem Bauwerk wird eine zweigleisige Straßenbahnanlage geführt, die neben den Belastungen aus dem erheblich angewachsenen Regional- und Fernverkehr, zu ungedämpften Stoßbeanspruchungen bei Überfahrten führt.

Der Bauwerkszustand weist umfangreiche und erhebliche Schäden auf, der Stand- und Verkehrssicherheit erheblich einschränkt.

Ein Prüfbericht vom 10.04.2014 bewertet den Zustand mit der Note 3,5 und enthält die Schlussfolgerung, dass bei zu erwartendem weiteren Schadensfortschritt die Brücke in ca. 4 Jahren für den ÖPNV nicht mehr und bis dahin nur eingeschränkt (Begegnungsverlust und Schrittgeschwindigkeit) nutzbar ist.

Weitere Hochwasserereignisse wie 2002 und 2013 sind aufgrund des Klimawandels in den Folgejahren vermehrt zu erwarten. Die Hochwassersicherheit ist auch wegen der Gradientenlage nicht mehr gegeben.

Mit dem Stadtratsbeschluss vom 04.10.2012 sind Vorplanungen für eine Verlängerung der Strombrücke mit einem Neubau über die Zollelbe und die Alte Elbe in Auftrag gegeben worden.

FFH-Gebiet am Ostufer der Alten Elbe
Das Flora-Fauna-Habitat (FFH) am Ostufer der Alten Elbe südlich der Anna-Ebert-Brücke

Die Variantenentscheidung vor dem Hochwasserereignis von 2013 sah eine Pfeilerlösung für beide Brücken vor. Die Durchflusskapazität bei steigenden Wasserständen wäre weiter eingeschränkt und zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen (Kohärenzmaßnahmen) im Naturschutz (FFH-Gebiete) zwingend gewesen. Informationen zu FFH-Gebieten und auch speziell zu den betroffenen FFH-Gebieten "Stromelbe im Stadtzentrum Magdeburg" und "Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg", zu welchem auch Teile der Alten Elbe gehören, finden Sie auf der Website NATURA 2000.
Eine sehr gute grafische Übersicht finden Sie beim Kartendienst “Schutzgebiete in Deutschland“ des Bundesamtes für Naturschutz.

Der Eintritt des extremen Hochwasserereignisses 2013 stellt einen Meilenstein für die Beurteilung der Ausführungsvarianten dar. Er führte zu der Entscheidung des Stadtrates vom 09.09.2013, einer Pylonvariante über die Alte Elbe den Vorrang zu geben. Sie ist freitragend, filigraner, eleganter und städtebaulich anspruchsvoller aber auch teurer. Das entscheidende Kriterium ist jedoch die Hochwassersicherheit. Hierbei wird eine Hochwassersicherungslinie von 7,80 m vorausgesetzt.

Die Belastungen aus dem ÖPNV - Straßenbahn in die Tragseilkonstruktion stellen ein Novum in der Ausführungsart dar. Hier sollen Litzenseile zum Einsatz gebracht werden.Erfahrungen dafür liegen in Deutschland noch nicht vor. In einem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen wurden die Voll Verschlossenen Seile und die Litzenseile vergleichend untersucht.