Sensation: Ottonischer Fund im Gewerbegebiet Rothensee
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Otto hebt Schätze! Sensation: Ottonischer Fund im Magdeburger Gewerbegebiet Rothensee

Es ist ein sensationeller Fund, der die Fachleute sowie zuständigen Behörden und Ämter in der Ottostadt Magdeburg in den vergangenen Tagen in Aufregung versetzte. Im Industrie- und Logistikzentrum Magdeburg-Rothensee (ILC) ist man bei Schachtarbeiten, im Rahmen von Erschließungsmaßnahmen, für potenzielle Unternehmenserweiterungen und Neuansiedlungen, auf einen außergewöhnlichen Fund gestoßen. Nach ersten Einschätzungen handelt es sich dabei um den ottonischen Osterschatz aus dem frühen Mittelalter.

Warum man seitens der Behörden bisher vermieden hat, die Öffentlichkeit zu informieren, begründete Rainer Nitsche, Wirtschaftsbeigeordneter der Ottostadt Magdeburg. „Nur so konnten wir sicherstellen, dass die Fundstelle nicht von Unbefugten aufgesucht wird. Oft genug passiert es, dass für Archäologen wertvolle Spuren und Hinweise vernichten werden. Und das galt es zu vermeiden.“ Dass das ILC ein wertvoller Ansiedlungsstandort ist, davon war man in der Landeshauptstadt, insbesondere in dem für die Vermarktung des Standortes zuständigen Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, schon immer überzeugt. Jedoch vermutete auch dort niemand, dass in dem Gewerbegebiet an der Autobahn A2 ein derart seltenes historisches Zeugnis verborgen lag.

Der Fund wurde fachgerecht entnommen und wird derzeit im Kulturhistorischen Museum Magdeburg aufbewahrt. Erste Untersuchungen datieren die Fundstücke auf die Zeit Ottos des Großen zurück. „Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob es sich um Teile des verschollen geglaubten ottonischen Osterschatzes handelt.“, sagte Rainer Nitsche. Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass sich dieser aus verschiedenen Gefäßen zusammensetzt, die während der österlichen Rituale in der Kaiserpfalz zum Einsatz kamen.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg und das Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt haben bereits Kontakt zu dem renommierten Historiker und Archäologen Prof. Dr. Joachim Otto Guthpfund vom Deutschen Institut für Prähistorische und Ottonische Zeitgeschichte aufgenommen, und ihm den Zugang zu den Fundstücken ermöglicht. Guthpfund beschäftigt sich seit einigen Jahrzehnten mit der Geschichte verschollener ottonischer Schätze und gilt als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet. Guthpfund zeigte sich überrascht, denn er war bisher nicht davon ausgegangen, dass das heutige Gebiet des Industrie- und Logistikzentrum Magdeburg-Rothensee als potenzieller Fundort in Frage kommen würde. Umso mehr beeindruckt auch ihn der hervorragende Zustand der Objekte. „Wir haben es hier mit einer wahren Besonderheit zu tun. Denn normalerweise bleiben solche Stücke nicht in dieser Form erhalten“, erklärte er noch während der Ausgrabungen im ILC.

Zum weiteren Vorgehen äußerte sich der Wissenschaftler noch recht verhalten. „Es handelt sich um sehr fragile Fundstücke, daher werden die Analysen etwas Zeit in Anspruch nehmen.“ Nach seiner Aussage liegt das gegenwärtige Hauptaugenmerk der Arbeiten auf einem sehr gut erhaltenen, äußerst seltenen, mittelalterlichen Weidenkörbchen, vermutlich ein ottonischer Osterkorb. Da es sich bei dem verwendeten Material um einen organisch vergänglichen Rohstoff handelt, sind derartige Fundstücke aus dieser Ära normalerweise nicht mehr in einem solchen Zustand erhalten. In diesem Fall jedoch wurde das Weidenkörbchen in einer Fäkalgrube konserviert, so dass die Experten guter Dinge sind eine fundierte Expertise präsentieren zu können.

Bis der Fund der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, kann es aber noch etwas dauern. „Wir warten derzeit die Untersuchungen ab, erst wenn wir konkret belegen können, woher das Objekt stammt, können wir darüber nachdenken in welcher Form und in welchem Kontext der Fund in der Ottostadt Magdeburg präsentiert werden kann.“, sagte Dr. Alfred Reichenberger, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, mit Sitz in Halle (Saale).

Einmalige Gelegenheit: Ottonischer Fund wird der Öffentlichkeit präsentiert

Um den Magdeburgern die Wartezeit bis zu einer offiziellen Präsentation, im Rahmen einer möglichen Ausstellung, zu verkürzen, gewährt das Kulturhistorische Museum Magdeburg Interessierten am 1. April 2014, um 16.00 kurzzeitig einen Blick auf das einmalige Fundstück. Dies ist die einzige Möglichkeit, das historische Objekt vor seinem Abtransport aus der Ottostadt Magdeburg in seiner ganzen Schönheit zu bewundern. Der Eintritt ist kostenfrei.

 

Bild: Diplomrestaurator Tilman Krause (r.) vom Kulturhistorischen Museum untersucht vorsichtig die Fundstücke. Jörg Böttcher vom Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg, war bei der Sichtung des Schatzes mit dabei.| Foto: Uli Lücke 

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