Botschafter Chinas Shi Mingde trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein

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Botschafter Chinas trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein - Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch empfing Shi Mingde

Magdeburgs Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch empfing am 22. August im Alten Rathaus den Botschafter der Volksrepublik China, S.E. Shi Mingde. Während seines Besuches trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
Botschafter Chinas Shi Mingde
Mit Shi Mingde trug sich bereits zum zweiten Mal ein Botschafter Chinas in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein. Anlass ist der heutige Antrittsbesuch des Diplomaten in Sachsen-Anhalt. Im Rahmen seines Besuches in der Landeshauptstadt Magdeburg nimmt der chinesische Botschafter am Nachmittag (13.45 Uhr) an einer Präsentation und einem Rundgang im Virtual Development and Training Centre des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF im Wissenschaftshafen teil. Im Anschluss (15.00 Uhr) besichtigt er die FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH.

Der Diplomat wurde im Dezember 1954 in Shanghai geboren und studierte Germanistik in der DDR. Er begann seine diplomatische Laufbahn 1976 als Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in der DDR. 1981 kehrte er für fünf Jahre nach China zurück und arbeitete dort im Servicebüro für Diplomaten in Peking. Es folgten Tätigkeiten als Zweiter Sekretär der chinesischen Botschaft in der DDR, Vizereferatsleiter der Westeuropaabteilung des chinesischen Außenministeriums und als Botschaftsrat der chinesischen Botschaft Bonn.

Von 1997 bis 2002 war er als Botschaftsrat des Planungsstabs des chinesischen Außenministeriums und von 2002 bis 2006 als Gesandter der chinesischen Botschaft in Berlin tätig. Anschließend war er bis 2010 Generaldirektor des zentralen Büros für auswärtige Angelegenheiten beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas. Nach seiner zweijährigen Amtszeit als chinesischer Botschafter in Wien wurde er im August 2012 letztlich zum Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland ernannt.

Eine besonders wichtige Verbindung zwischen Magdeburg und der Volkrepublik China ist die Städtepartnerschaft mit der chinesischen Stadt Harbin. Die ersten Kontakte mit Harbin bestehen bereits seit dem Jahr 2002. Am 2. Juli 2008 unterzeichneten Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Bürgermeister von Harbin, Zhang Xiaolian, im Alten Rathaus in Magdeburg den offiziellen Partnerschaftsvertrag beider Städte. Die Städtepartnerschaft mit Harbin hat in den vergangenen Jahren spürbar an Dynamik und Intensität gewonnen. Neben Wirtschaftsaktivitäten sind zunehmend auch andere Bereiche von Interesse im direkten Austausch.

Die Außenwirtschaftsaktivitäten der Industrie- und Handelskammer Magdeburg mit der Volksrepublik China sind sehr vielfältig und intensiv. In der Vergangenheit wurden unter anderem zahlreiche Länderberatungstage, Informationsveranstaltungen und Unternehmerreisen durchgeführt. Darüber hinaus gab es in den vergangenen Jahren mehrere Delegationsreisen und gegenseitige Besuche. Im Juni 2012 organisierte die Industrie- und Handelskammer Magdeburg in Zusammenarbeit mit der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH einen eigenen Landesstand auf der Messe "transport logistic" in Shanghai, auf der sich unter anderem sieben Unternehmen aus Sachsen-Anhalt präsentierten. Vom 16. bis 24. November 2013 ist eine Kooperationsbörse in Shanghai geplant.

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unterhält intensive Kooperationsbeziehungen zu insgesamt 13 chinesischen Universitäten und Instituten. Derzeit studieren 307 Studenten und 34 Promotionsstudenten aus China an der Universität. Der Großteil dieser Studierenden ist an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft und der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik eingeschrieben.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal unterhält insgesamt sieben Partnerschaften mit Universitäten und wissenschaftlichen Instituten in China. Im Wintersemester 2012/2013 studierten 123 Vollstudierende aus China an der Hochschule, die Mehrheit in dem Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre sowie in den Studiengängen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. Derzeit sind insgesamt sechs Austauschstudierende der Ningbo University im Studiengang Journalistik/Medienmanagement eingeschrieben.

Für den kulturellen Austausch zwischen China und der Landeshauptstadt Magdeburg sorgt vor allem der Verein für traditionelle chinesische Kultur in Magdeburg. Anliegen des Vereins ist es, die traditionelle chinesische Kultur bekannter zu machen. Der Verein vermittelt in Seminaren Wissen über die alte chinesische Tradition und vermittelt den Teilnehmern Sprachkenntnisse. Es sollen Informationen ausgetauscht und Kontakte zwischen Deutschen und Chinesen aufgebaut werden.

Neben dem Verein für traditionelle chinesische Kultur in Magdeburg ist auch der Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Magdeburg e.V. hier ansässig, der die chinesischen Wissenschaftler und Studenten während ihres Aufenthalts in Deutschland bei ihrer Integration unterstützt und zur Völkerverständigung beiträgt.

Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg

Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.

Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Prof. Dr. Roman Herzog und Dr. Dr. h. c. Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Dr. h. c. Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Prof. Dr. Egon Bahr, Dr. Rudolf Seiters, Dr. h. c. Hans-Dietrich Genscher, Dr. Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Prof. Dr. Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.

Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die ehemalige Generalbundesanwältin Prof. h. c. Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Dr. Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Dr. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Dr. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.

In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich, Sven Ottke, Arthur Abraham und Robert Stieglitz sowie der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.

Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Prof. Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. András Székely und Prof. Dr. h. c. Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der 2010 verstorbene ehemalige Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.
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