„Der Zauberberg“ von Thomas Mann:

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Weltliteratur auf der Bühne im opernhaus

Als erste Schauspielinszenierung des theaters magdeburg in der Spielzeit 2004/2005 feiert am 11. September Thomas Manns „Der Zauberberg“ Premiere im Opernhaus. Karl Georg Kayser, der Oberspielleiter des Schauspiels Opernhaus, hat sich als Regisseur des schwierigen Stoffes angenommen.

Kurz vor Beginn seines Volontariats in einer Schiffswerft tritt der junge Hans Castorp eine Reise an – für drei Wochen will er seinen lungenkranken Cousin im Sanatorium in der Bergwelt von Davos besuchen. Von seiner heimatlichen Welt der Arbeit und Ordnung gerät Castorp in ein Reich der Unordnung, der Krankheit, Ausschweifung und Zeitlosigkeit. Vom ersten Tag an fasziniert ihn die Atmosphäre von Tod und Eros, der die Gesellschaft auf dem „Zauberberg“ verfallen ist. Besonders die morbid-erotische Ausstrahlung der schönen Russin Clawdia Chauchat schlägt den jungen Mann für sieben Jahre in ihren Bann. Vergeblich versucht ihn der Italiener Settembrini für die Ideen der europäischen Aufklärung, der Demokratie und des Fortschritts zu gewinnen und ihn zur Abreise zu bewegen – Castorp bleibt und tritt seine ganz persönliche Reise an auf der Suche nach Antworten auf die Frage „Was ist das Leben“. Durch die Auseinandersetzungen zwischen seinem selbsternannten Erzieher Settembrini und dessen Gegenspieler Naphta, einem wortgewandten Kämpfer für den terroristische Umsturz der bürgerlich-kapitalistischen Welt und die Errichtung eines totalitären Gottesstaates, gerät Castorp in das Spannungsfeld zweier konträrer Weltauffassungen.

Thomas Manns „Zauberberg“ ist ein stets ironisch gebrochenes, dicht mit philosophischen und mythologischen Verweisen angefülltes Werk der Weltliteratur und zugleich die hochaktuelle Suche eines jungen Menschen nach Antworten im Dickicht der modernen Welt.

 

30.06.2004 
Quelle: theater magdeburg 
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