Beigeordnete in den Ruhestand verabschiedet
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Beigeordnete in den Ruhestand verabschiedet

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat am 29. Juni den Beigeordneten für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Rainer Nitsche, und den Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Prof. Dr. Matthias Puhle, mit einem Festakt im Alten Rathaus offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dabei trugen sich beide in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein. In Anerkennung und Würdigung ihrer langjährigen Verdienste überreichte ihnen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zudem eine Erinnerungsurkunde und ein Ehrengeschenk.

Mit Rainer Nitsche, der seit 2009 sein Amt ausübt, und Prof. Dr. Matthias Puhle, der 2014 sein Amt antrat, hat die Landeshauptstadt Magdeburg heute ihren Wirtschaftsbeigeordneten und Kulturbeigeordneten verabschiedet.

Die Laudatio für Rainer Nitsche hielt Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Die Würdigung für Prof. Dr. Matthias Puhle erfolgte durch Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, Seniorprofessor für Mittelalterliche Geschichte und Direktor der Forschungsstelle für Geschichte und kulturelles Erbe der Universität Heidelberg.

Die Nachfolgerinnen auf beiden Positionen stehen bereits seit dem 14. Mai fest: Die neue Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Sandra Yvonne Stieger tritt ihr Amt am 1. August 2020 an. Regina-Dolores Stieler-Hinz, die Nachfolgerin des Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, übernimmt die Amtsgeschäfte bereits am 1. Juli 2020.

Kurzvita - Rainer Nitsche

Rainer Nitsche wurde 1955 in Giengen (Brenz) in Baden-Württemberg geboren. Nach dem Abitur 1974 studierte er bis 1981 Rechtswissenschaft. Seine erste juristische Staatsprüfung erfolgte an der Uni Tübingen. Bis 1984 absolvierte er das Studium der Politikwissenschaft mit Magisterprüfung an der Uni Tübingen. Es folgte das Studium der Volkswirtschaftslehre. Bis 1989 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Juristischen Fakultät Tübingen tätig. Bis 1990 war er Referent in einer Stabsstelle der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und bis 1994 Referent für Innenpolitik der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Anschließend übernahm Rainer Nitsche die Referentenstelle für Internationale Verbrechensbekämpfung im Innenministerium von Sachsen-Anhalt bis 2002.

Bis 2005 war Rainer Nitsche Polizeipräsident der Polizeidirektion Halberstadt und bis 2008 Rektor der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben. 2009 wurde er vom Stadtrat zum Beigeordneten für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Landeshauptstadt Magdeburg gewählt.

Rainer Nitsche konnte während seiner Amtszeit den Aufbau eines internationalen Büros für Wirtschaftsförderung sowie die Pflege eines internationalen Netzwerkes, mit dem Fokus auf das China-Netzwerk, voranbringen. Durch die aktive Städtepartnerschaft mit Harbin seit dem 2. Juli 2008 entstand eine Vielzahl an Aktivitäten zur Förderung der Wirtschaft und des kulturellen Austausches, u.a. Delegationsreisen, Bürgerbegegnungen und Jugendaustauschprogramme sowie regelmäßige deutsch-chinesische Stammtische.

In seine Amtszeit fallen zudem diverse Unternehmensansiedlungen, darunter IKEA. Ein weiteres Projekt ist die Initiative „Gründerstadt Magdeburg“, zu dem auch der Gründerwettbewerb „otto zahlt deine rechnung“ gehört, der es Start-Up-Unternehmen ermöglicht, ihre Geschäftsideen erfolgreich zu entwickeln und zu verwirklichen. Ferner bietet zurzeit die Umgestaltung des Breiten Weges mit dem Projekt „Freiraumlabor – ein Herz für Magdeburg“ den Bürger*innen Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung der Innenstadt. Erfolge verzeichnen konnte auch der Onlinemarktplatz „Your Local Magdeburg“, der in der Corona-Pandemie entstand und als Best-Practice-Ansatz bereits landesweit diskutiert wird.

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OB Dr. Lutz Trümper bei seiner Rede zur Verabschiedung der Beigeordneten
Minister Prof. Dr. Armin Willingmann hält eine Laudatio für Rainer Nitsche
Rainer Nitsche trägt sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein
Rainer Nitsche bei seiner Danksagung
Der Beigeordnete Rainer Nitsche

Kurzvita - Prof. Dr. Matthias Puhle

Prof. Dr. Matthias Puhle wurde im Februar 1955 in Braunschweig (Niedersachsen) geboren. Sein Abitur absolvierte er 1974 in Salzgitter-Bad. Bis 1979 studierter er an der Technischen Universität Braunschweig in den Fächern Geschichte, Germanistik, Philosophie und Pädagogik. 1984 promovierte er bei Norbert Kamp zum Thema „Die Politik der Stadt Braunschweig innerhalb des sächsischen Städtebundes und der Hanse im späten Mittelalter“. Bis 1985 war Prof. Dr. Matthias Puhle als wissenschaftlicher Angestellter am Städtischen Museum Braunschweig tätig. Bis 1991 war er Kustos am Städtischen Museum Braunschweig und zuständig für die Bereiche Stadtgeschichte, Numismatik und Museumspädagogik.

Bis 2012 war er leitender Direktor des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Neben Lehraufträgen an der hiesigen Universität, der Universität Zürich sowie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde er 2004 zum Honorarprofessor für das Gebiet „Stadtgeschichte und Geschichtskultur“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Zwischen 2012 und 2014 war Prof. Dr. Matthias Puhle Abteilungsleiter im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt und seit 2014 Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport der Landeshauptstadt Magdeburg.

Bereits vor seinem Amtsantritt als Beigeordneter konnte Prof. Dr. Matthias Puhle vor allem die Weiterentwicklung der Museumslandschaft Magdeburgs voranbringen. Er realisierte die Sanierung und den Umbau des Kulturhistorischen Museums. 2001 und 2006 initiierte er die Europaratsausstellungen „Otto der Große – Magdeburg und Europa“ und „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806“ mit weltweiter Anerkennung.

Für seine wissenschaftliche Ausstellungstätigkeit erhielt Prof. Dr. Matthias Puhle 2002 das Bundesverdienstkreuz durch den Bundespräsidenten. Während seiner Zeit als Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, bestätige der Stadtrat 2017 das Konzept zur Erweiterung der Sachkosten um 17 Prozent und der Personalkosten um 30 Prozent für Kultureinrichtungen in Magdeburg (u.a. für das Volksbad Buckau, die Feuerwache Sudenburg, das Technikmuseum, den Moritzhof, das Literaturhaus). Hinzukommend haben unter der Leitung von Prof. Puhle umfangreiche Sanierungen bzw. Um- und Neubauten von Schulen stattgefunden.

Prof. Puhles gesamte Amtszeit wurde begleitet durch die Bewerbung Magdeburgs als „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Durch die von ihm mitgegründeten und vorangetriebenen fünf Kulturbeiräte wurden maßgeblich die Themenschwerpunkte der Bewerbung herausgearbeitet. Im Dezember 2019 zog die Landeshauptstadt in das Finale des europäischen Wettbewerbs ein. Aktuell erfolgt die Fortschreibung des zweiten Bewerbungsbuches.

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Prof. Dr. Matthias Puhle bei seiner Unterschrift im Goldenen Buch der Stadt
Prof. Dr. Bernd Schneidmüller bei seiner Laudatio
Mit Gästen gefüllte Ratsdiele des Alten Rathauses Magdeburg
Programmheft und dekorativer Aufsteller zur Verabschiedung der Beigeordneten
Der Beigeordnete Prof. Dr. Matthias Puhle
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© Fotoatelier Döring