Umweltpreis 2017
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Umweltpreis 2017

Magdeburg hat den diesjährigen Umweltpreis der Landeshauptstadt für Projekte verliehen, die der Reduzierung von Treibhausgasen dienen. Überreicht wurde der mit insgesamt 11.500 Euro dotierte Preis durch Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Die Landeshauptstadt hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2050 95 Prozent der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 einzusparen. Die Verleihung des Umweltpreises für Projekte im Klimaschutz dient diesem Ziel.

Preisträger sind der Verein KanTe e.V., die Grundschule „Am Pechauer Platz“, Das Repair-Café, das Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozeßinnovation GmbH, die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Euroglas GmbH und der Verein Grünstreifen e.V. 

„Mit dem Umweltpreis der Landeshauptstadt Magdeburg ehrt die Stadtverwaltung herausragende Leistungen zur Förderung der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Steigerung der Energieeffizienz“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper auf der Preisverleihung im Gesellschaftshaus. „Die eingereichten Beiträge dokumentieren eindrucksvoll den großen Ideenreichtum, das Engagement und das Verantwortungsbewusstsein für unsere Umwelt.“ 

Der Umweltpreis der Landeshauptstadt Magdeburg wurde in den drei Kategorien Wirtschaft, Jugend und Private sowie Forschung vergeben. Die Entscheidung über die einzelnen Preisträger hatten ein Fachkreis zum Vorentscheid und eine Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und Forschung getroffen. 

Laudatoren waren Matthias Wagner vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Michael Böcher von der Otto-von-Guericke-Universität und Matthias Futterlieb vom Umweltbundesamt. Die Festrede hielt Klaus Rehda, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt.

Kategorie Wirtschaft

Als Preisträger in der Kategorie Wirtschaft wurde die Euroglas GmbH für ihr Projekt zur Regenwassernutzung für Produktions- und Kühlwasserzwecke ausgezeichnet. Das Regenwasser wird in miteinander verbundenen Rückhaltebecken gesammelt, gefiltert und aufbereitet zur Befeuchtung genutzt und in den Kühlkreislauf eingespeist Durch diese Verfahrensweise werden 32.500 m3/Jahr Trinkwasser eingespart. Die Euroglas GmbH erhielt dafür ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. 

Den zweiten Preis erhielt der Verein Grünstreifen e.V. für die Ausrichtung des Lokalerzeugermarktes. Die Märkte finden alle zwei Monate auf dem Schellheimer Platz statt. Dadurch wird kleinen lokalen und nachhaltigen Produzenten ein Raum geboten. Konsumenten und Produzenten können sich so direkt austauschen. Weitere Schritte zum Ausbau des Marktes sind geplant. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

Kategorie Jugend und Private

Als Preisträger in der Kategorie Jugend und Private wurde der Verein KanTe e.V. für sein Projekt „Interkultureller Garten“ ausgezeichnet. Das 2011 gegründete Projekt befindet sich auf einer ehemaligen Brachfläche in der Neuen Neustadt und hat eine Fläche von 2.600 m2. 30 Gärtner aus sieben verschiedenen Ländern bewirtschaften den Garten. Damit dient er als Plattform für Begegnungen von Menschen verschiedener kultureller Herkunft. Ein wichtiges Ziel ist dabei die Förderung der Stadtökologie. Einen thematischen Schwerpunkt bildet die Vermittlung der Bedeutung der Biodiversität für das Ökosystem, eine kritische Auseinandersetzung mit unserem Konsumverhalten und dem Umgang mit Ressourcen. Der Verein KanTe e.V. erhielt dafür ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. 

Die beiden zweiten Preise in dieser Kategorie erhalten die Grundschule »Am Pechauer Platz« und das Repair-Café. Die Grundschule hat sich dem Projekt „Das grüne Klassenzimmer – unser Schulgarten“ gewidmet. Den Kindern wird damit ermöglicht, sich auf praktische Art und Weise dem Thema Erzeugung und Verwertung von Obst und Gemüse zu nähern. Dabei kommt auch der Zusammenhang mit dem Natur- und Umweltschutz nicht zu kurz. 

Im Repair-Café treffen sich seit 2015 Interessierte im Alten- und Servicezentrum „Pik ASZ“. Die Treffen sind 14-tägig mittwochs und werden öffentlich angekündigt. Ziel der Initiative ist der schonende Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Müll durch kostenlose Reparatur von hauptsächlich elektronischen Audio- und Video-Anlagen, TV-Geräten sowie Computer-Hard und Software. Die Besitzer der Geräte werden in die Reparatur einbezogen und angeleitet, um kleinere Reparaturen auch selbst auszuführen. Es wird lediglich der Kaufpreis der Ersatzteile in Rechnung gestellt. Beide Preisträger können sich über ein Preisgeld in Höhe von je 1.000 Euro freuen.

Kategorie Forschung

Als Preisträger des diesjährigen Umweltpreises in der Kategorie Forschung ehrte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper das Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozeßinnovation GmbH für ihr Netzwerk InDiWa – Inspektion, Diagnostik und Wartung von Windkraftanlagen mit dem 1. Preis. Seit fünf Jahren arbeiten 16 kleine und mittlere Unternehmen und acht Forschungseinrichtungen koordiniert durch die ZPVP GmbH/Experimentelle Fabrik interdisziplinär zusammen. Unter dem Dach der InDiWa werden in Projekten innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur Inspektion, Diagnostik und Wartung von Windenergieanlagen erforscht und entwickelt. Die Ergebnisse richten sich an Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen und zielen daher auf eine Branche ab, welche beständig wächst und als tragende Säule der Energiewende langfristig relevant sein wird. Die GmbH erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. 

Der zweite Preis wurde der Hochschule Magdeburg-Stendal für die Entwicklung eines ökologischen Baustoffes für Biogasanlagen überreicht. Das Ziel der Forschungsarbeit ist die Entwicklung eines biobasierten, chemikalienbeständigen Materials, welches sich zur Herstellung von Behältern in Biogasanlagen eignet. Die bisher verwendeten konventionellen petrochemischen Reaktionsharze wurden durch umweltfreundliche nachwachsende Rohstoffe ersetzt. Die Anwendung dieser Materialien erlaubt es, einen nahezu 95%-igen natürlichen Konstruktionsstoff zu erhalten. Der neuartige Polymerbeton kann durch das gleiche Verfahren wie konventioneller Beton hergestellt und verarbeitet werden. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Sponsoren

Die Verleihung des diesjährigen Umweltpreises der Landeshauptstadt Magdeburg erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Stadtsparkasse Magdeburg, der ÖSA-Versicherungen Sachsen-Anhalt, der Volksbank Magdeburg eG, der Deutschen Kreditbank AG, der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH, der Städtischen Werke Magdeburg GmbH & Co. KG, des Müllheizkraftwerkes Rothensee GmbH, der MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg, der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co.KG, der Getec heat & power AG, der Maco Möbel Vertriebs GmbH, der Porta Möbel GmbH &Co.KG Magdeburg, der mtu Reman Technologies GmbH und der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt.

Hintergrund

Masterplan 100 % Klimaschutz

Im September 2015 hat sich der Stadtrat Magdeburg einstimmig für die Bewerbung als Masterplan-Kommune 100% Klimaschutz ausgesprochen. Damit strebt die Stadt eine Verringerung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 an und will gleichzeitig den Endenergieverbrauch um 50 Prozent vermindern. Die Projektdauer beträgt vier Jahre, von Juli 2016 bis Juni 2020. Im ersten Projektjahr wird ein Masterplan-Konzept erarbeitet. Das Konzept dient als Arbeitsgrundlage für die darauf folgende Umsetzung. In der zweiten Projektphase beschäftigt sich das Masterplan-Management federführend mit Koordination, Initiierung und Umsetzung der Projekte und Maßnahmen. 

Damit diese zentralen Zielsetzungen einer nahezu klimaneutralen Stadt erreicht werden können, sind vielfältige gesellschaftliche Transformationsprozesse, innovative Ansätze und neue Kooperationen notwendig. Nicht zuletzt bedarf es der Aktivierung und Einbindung lokaler Initiativen, Projekte, engagierter Akteure und der Bevölkerung. Darüber hinaus können auch neue Technologien mit Spar- und Innovationspotential den Klimaschutz unterstützen. Die Verleihung des Magdeburger Umweltpreises, auch für Projekte im Klimaschutz, unterstützt dieses Ziel. 

Darüber hinaus zielt der Umweltpreis darauf ab, dass gerade in einer Großstadt eine Vielzahl von Projekten direkt oder indirekt Klimaschutz zum Thema haben, aber bisher noch nicht öffentlich, sondern z.B. nur in den sozialen Netzwerken bekannt sind. Vielleicht auch, weil die Projektinitiatoren bisher noch zu wenig in Erwägung gezogen haben, wie sie ihr Projekt auf weiteren Informationskanälen bekannt machen können. Die öffentliche Verleihung des Umweltpreises ist eine Möglichkeit, diese Projekte einem weiteren Personenkreis zugänglich zu machen und darüber hinaus zur Nachahmung und eigenen Entwicklung von Klimaschutzprojekten anzuregen.Textabschnitt 6]

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